SonnenWelten

Zeichen & Zeit

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Grunewald_Isenheim1det

... Akzente im Fluß der Zeit

Sterngucker & Himmelskundige erweitern auch ihr Bildrepertoir. Namhafte Künstler haben das beispielhaft vorgelebt, ihre Werke bezeugen das und sind längst hochdotiert. Besondere Lebenssituationen, Feste, Feiertage u.ä. lassen sich mit einer erhabenen Gestirnskonstellation schmücken.

Damit Ihr kulturastronomisches Wissen nicht als Notiz vergilbt, erhalten Sie auch Anregungen zur Kreation astrokultureller Accessoirs, sei es ein Ornament, Logo o.ä. – als Ausdruck Ihrer Individualität.

Taufbecken der Eismeerkathedrale von Alta / Finnmark (NOR) – Stern & Fisch, Grundsteinlegung 2013

„arc_mira“ – mehr als ein Logoin memoriam Dr. Gustav Hans Weber (1941 – 2017)
Hans Weber war „Spiritus rector“ der astronomischen Erschließung der Ereignisse im Martinsloch von Elm, siehe >ante coronam< /Referenzen/“Elmer Phänomen“.

Als ich mit ihm zuletzt Elm an einem Herbsttag besuchte, hoffte er, die „Mira“ im Martinsloch zu sehen. Für Sterngucker ist das auch der Stern „Omikron Ceti“ im Sternbild Walfisch, nach griechischem Alphabet, bzw. nach Alpha, Beta, Gamma, … erst auf Platz 15. Weber integrierte Mira sogar in sein Firmenlogo „arc_mira“ [siehe Grafik]. Hätte er nicht einen populäreren Stern dazu wählen können?
Mira heißt aber auch die „Wunderbare“. Der Stern ist der merkwürdigste Veränderliche und bereits seit 1596 als Sonderling bekannt.
Erst seit 1989 kann er von der Elmer Kirche aus im Martinsloch beobachtet werden (Stichwort „Präzession“). Am 15. Oktober – das ist Webers Geburtstag – wandert Mira von 22:24h bis 22:26h MESZ durch das Martinsloch; Mira ist aber helligkeitsbedingt nicht jedes Jahr zu sehen!
Als man Mira 2010 hätte sehen können, war er etwa so hell wie der Polarstern. Nun ist das Martinsloch auch atmosphärisch eine „Camera obscura„. Im Zuge der astronomischen Erschließung wurden von Hans Stopper (Anm. schweizer Autorenkollege und unser „Computus“) auch Fotos der Venus im Martinsloch „geschossen“, die einen unerwarteten SinnesEindruck brachten, So läßt sich von Mira im Martinsloch ähnliches erwarten!
Von 2021 bis 2061 wird Mira zu Webers Geburtstag, am 15.Okt. von der Kirche aus im Martinsloch gut zu sehen sein. Wir dürfen gespannt sein. Hans Weber war es leider nicht vergönnt, seinen „IdentitätsStern“ noch so zu sehen. r.i.p. 

Modell eines SymbolRelief für Keramik, zum Einmauern. Die Auftraggeberin hat eine schöne Gestirnskonstellation am Morgenhimmel ihrer Geburt, bei abnehmender Mondsichel mit einer Konjunktion von Mars & Jupiter. XII ist die Goldene Zahl, numerus aureaus“, …     

 

Cover (sogenanntes „Frontispiece“) von Keplers „Rudolfinische Tafeln1628

  • üppig gestaltet mit Darstellung namhafter Astronomen, ihren Attributen und symbolisch-historischen Querbezügen. Eine kunstgeschichtliche Debatte wert!
  • Auf dem Dach allegorische Figuren, eine „wiegt“ das neue, heliozentrische Weltbild …
  • über allem aber der Reichsadler, welcher Dukaten ausspeipt, (sehr sympathisch, auf dem Titelblatt eines bedeutenden Zahlen werks für Sterngucker & Rechenknechte)

 

Im roten Ausschnitt links, auch eine Dame mit zwei Stäben, und in Ihrer Aureole die Ziffernfolge 6-9-3-1-4-7-2. Technikern / Naturwissenschaftlern wird diese bekannt vorkommen. In der Schule hat man Sie damit wahrscheinlich auch traktiert, – hoffentlich.

Auflösung: Es ist die Ziffernfolge des Logarithmus naturalis von 2, also auf Basis der Eulerschen Zahl (L.Euler, um 1748) e=2,718281828 … 
mit Taschenrechner: ln 2 = 0,693147181 

Das Cover von 1628 ist aber über 100 Jahre älter als Eulers Wirken. Merke: wenn etwas erst notiert und in Bibliotheken abgespeichert wurde, ist die Kenntnis davon schon ur-uralt. 

 

 

 

 

 

 

    

 

Über dem Türstock mit Ritzung 1540 ein rustikales Symbol – ein Stern gehört dazu! 

aus Albrecht Dürers (1471-1528) „Melencholia I“ 1514

vielfältige Semiotik in der Dürers Kunst – übrigens mit kleiner SonnenUhr überm StundenGlas – Zeitempfinden wurde darin symbolisch „konserviert“, Kunsthistoriker mühen sich ab!

… nochmal zu Nestroy (1801-1862) in der Leopoldstadt (2.Wien)
Der PossenMeister verpackte 1833 im „Lumpazivagabundus“ orginäres astronomisches Wissen, wie SonnenZirkel, Goldene Zahl, Parallaxe, Ekliptik – aber urkomisch, versoffen und so gar nicht wissenschaftlich.

Gehorsam war seine Sache nicht, aber selbst er (Plastik 1929) trägt seit Frühjahr ’20 Maske  …